Am 1.April demonstrierten die GeschichtsrevisionistINnen der NPD für ein Erinnern an die Opfer des Bombenangriffs auf Lübeck während des II. Weltkrieges.
Klar, dass wir das nicht zulassen konnten. NO-PASARAN!
Ab 10:00 gab es eine Demo eines breiten Bündnisses gegen Rechts aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und natürlich der Antifa...
Tja, die Demo verlief friedlich und kurz vor dem Ende der Demoroute konnten wir die Brücke vor dem Holstentor sehen, hier wollten auch die Nazis durch"marschieren".
Die Brücke war nur 100 Meter weg und wir waren 3200 AntifaschistInnen, die natürlich die Brücke bestetzten!
Und das mit Erfolg - zu nächst war sogar im Gespräch, dass der jämmerliche Haufen von 120 Nazis gar nicht "demonstrieren" kann.
Wir blieben also auf der Brücke vor dem Holstentor.
Leider entschied sich die Einsatzleitung der Polizei, den FaschistInnen doch das "Marschieren" möglich zu machen - Nun, kam Bewegung in die Sache, alle BesetzerInnen der Brücke rannten los, um den Nazis den Weg in die Altstadt zu verwehren.
Als wir dann aber fast die geänderte Naziroute erreicht hatten, kam uns eine Staffel schwarzgekleideter PolizistInnen entgegen, die bereits ihre Knüppel gezückt hatten und auf uns zu rannten...erst mal die Flucht ergreifen und sich dann wieder sammeln!
Nachdem einige Mülltonnen brannten und die Polizei im Begriff war uns einzukesseln, entschieden wir uns eine kleine Runde zu drehen, um dann hinter den PolizistInnen wieder an den Dom zu kommen und die Nazi"demo" zu blockieren - das klappte auch, zu mindest das erste: wir kamen direkt hinter einem Zug an PolizistInnen aus einer Seitenstraße und konnten richtung Dom weiter laufen.
Leider standen dort schon wieder PolizistInnen, die uns den Weg zu den Nazis versperrten.
Also Sitzblockade, um den Nazis wenigstens die Chance zu nehmen, noch weiter in die Innenstadt zu kommen...
Ein besonderer Dank gilt der/dem PastorIn, der/die die Kirchenglocken läuten ließ, damit die Nazis bei ihrer "Kundgebung" nichts verstanden.
Das Läuten bzw. dessen Ende machte dann auch deutlich, dass die Nazis auf dem Rückweg waren.
Also konnten wir nach zurück nach Hause?
Ne, denn die Polizei, großes Lob nochmals, riegelte die Brücken von der Altstadtinsel ab, bzw. für Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten - also Linke (davon waren wir betroffen), aber auch Sozialschwache (einem wurde von einen Polizisten geraten, wenn er denn so eilig über die Brücke müsse, dann solle er sich doch ein Taxi nehmen!) und MigrantInnen...
So sammelten sich vor dem Holstentor nochmals einige Menschen, da sie nicht über die Brücke konnten.
Der leitende Polizist gab an, dass wir nicht passieren dürften, weil wir dem "Klischee von Linken" entsprächen und eben Menschen, die "offensichtlich" dem "linken Spektrum" zugehören, nicht Richtung Bahnhof dürfen, da dort noch die Nazis auf ihre Züge warteten.
Die Polizei diskrimierte schlicht alle Menschen, die den Vorgesetzten (nur Männer!) nicht passten - viele Menschen, die auch einfach einkaufen waren und einfach eine andere Hautfarbe als "weiß" hatten oder eben Menschen, deren einiziges Verbrechen es war, Kleidung zu tragen, die verschließen war.
Tja, nach 7 Std. Dauerdemo war auch dieser Tag mehr oder weniger erfolgreich.
Positiv: Viele AntifaschistInnen,
Negativ: 120 Nazis, Polizeiverhalten...